Molybdänbeschichtung

Eine Beschichtung mit Molybdän ist eine vielseitig anwendbare Verschleißschutz-Schicht für die unterschiedlichsten Industriebereiche. Sehr bekannt ist dieser Werkstoff hierbei für die Automotive-Branche, die Molybdänbeschichtung für Synchronringe, Kolbenringe, Schaltgabeln, Kupplungselemente einsetzt.

Aber auch für den Maschinenbau ist der Molybdänwerkstoff sehr interessant, da dieser über ein sehr gutes Reibverhalten verfügt. Wird dieser Werkstoff im Endeinsatz zusätzlich mit einem Ölgemisch angewendet, ergibt sich eine technologisch hochwertige Verschleißschutz-Beschichtung mit Molybdän und seinen hervorragenden Gleiteigenschaften.

Unsere Molybdänbeschichtung wird durch uns als zertifiziertes Beschichtungsunternehmen mit Drahtflammspritzen oder HVOF aufgetragen. Der Molybdän-Spritzwerkstoff wird mit unserer Beschichtungstechnologie meist als 1/8" oder 3,14mm Plansee-Spritzdraht aufgebracht. Hierbei wird bei den Flammspritzverfahren in einer Spritzpistole der Draht durch eine Flamme angeschmolzen und durch Druckluft fein zerstäubt auf das Werkstück aufgebracht.

Eine Beschichtung mit Molybdän kann sowohl auf Rundteilen im Außendurchmesser sowie im Innendurchmesser, auf ebenen und unebenen Flächen aufgespritzt werden. Im Innenbereich sind der Beschichtungstechnologie durch Flammspritzen Grenzen gesetzt, weil mindestens ein Spritzstrahlwinkel von 45° bis 90° zur Werkstückoberfläche einzuhalten sind.

Die Molybdänbeschichtung hat aufgrund ihrer metallurgischen Eigenschaften ein sehr gutes Haftvermögen. Ausgenommen auf Kupfer, hartverchromten sowie nitrierten Bauteilen kann Molybdän auf Alu, Stahl, Edelstahl und auch gehärteten Grundwerkstoffen aufgetragen werden.

Der Molybdän-Draht hat einen Schmelzpunkt bei ca. 2.600°C und bildet bei ca. 700°C Molybdändisulfid. Eine Molybdänbeschichtung durch Flammspritzen sollte nur bis zu einer Betriebstemperatur von 300°C eingesetzt werden. Der erzielbare Härtebereich liegt je nach Beschichtungsverfahren zwischen 60-66HRc.

Zur Vorbereitung der Werkstücke werden diese durch geschultes und qualifiziertes Personal bei Fiehl + Cremer entfettet und dann durch Sandstrahlen SA3 nach DIN 55928 Teil4 aufgerauht. Anschließend kann eine Schichtstärke von 100µm bis zu 1000µm aufgespritzt werden.

Die Molybdänbeschichtung ist mikroporös und nimmt hervorragend Schmierstoff wie Maschinenfett, Molybdändisulfid, Öl und auch Siegler auf. Je nach Anwendungsfall kann die Molybdänbeschichtung durch die Schmierstoffe im Reibverhalten noch verbessert werden oder der an sich sehr gute Korrosionsschutz zusätzlich durch den Siegler verbessert werden.

Fiehl+Cremer Ihr Partner zur Molybdänbeschichtung

Mehr Info: Molybdän-Beschichtungen | Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen | Drahtflammspritzen

Molybdänbeschichtung - Gleiteigenschaften

Die Molybdänbeschichtung wird gerne an Lagerzapfen, Kugellagersitzen, Ventilschaft, im Dichtungsbereich oder als Gegenpart zu Bronzeführungen und Schiebern eingesetzt.

Dadurch, dass die Molybdänbeschichtung mikroporös ist und zudem über eine Härte von ca. 60HRc verfügt, eignet sich diese hervorragend als Schmierstoffdepot mit sehr guten Gleiteigenschaften und Standzeitverlängerungen.

Gerne wird bezüglich des Schmierstoffdepots bei einer Beschichtung mit Molybdän und auch Bronze von verbesserter Notlaufeigenschaften gesprochen. Dies beruht darauf, dass eine Bronze- oder Molybdänbeschichtung bei Reibung und Temperaturerhöhung die Öle und Fette zur Schmierung aus der Porigkeit wieder freigeben kann, wenn die Zentral-Schmierung ausfällt. Zusätzlich kann auch mit Molybdändisulfid geschmiert werden.

Die Härte von 60HRc zum Verschleißschutz ist einem gleichharten aber gehärteten Grundwerkstoff - z.B. Werkstoffnummer 1.2379 - in vielen Fällen überlegen. Ein entsprechender Standzeitvergleich überzeugt viele Anwender.

Eine Molybdänbeschichtung wird verzugsfrei durch Drahtflammspritzen aufgebracht. Die Bauteil-Temperatur übersteigt die 150°C in den wenigsten Fällen, so dass auch eine Grundgefügeveränderung nicht eintritt.

Als Anwendungsbeispiel zu den Gleiteigenschaften kann bei Eisenbahn- und Schiffsdieselmotoren der Schaft im Ventil-Bereich, der wie eine Kolbenstange eingesetzt wird, mit einer Molybdänbeschichtung versehen werden. Das Ventil wird hierbei in einer Guss- oder Bronzebuchse geführt. Die damit erzielten Standzeiten übertreffen die Standzeiten bei einer Hartverchromung.

Auch Wellenschutzhülsen/Wellenschonbuchsen lassen sich u.a. mit Beschichtung aus Molybdän versehen. Normalien/Normteile können schnell auf ein entsprechendes Übermaß gebracht werden. Diese werden dann geschliffen und als Sondergröße wieder eingesetzt.

Im Automobilbereich wird bei Synchronringen die Molybdänbeschichtung als Schmierstoff-Reservoir genommen

Gerne beraten wir Sie zum Thema Molybdänbeschichtung

Weitere Spezialgebiete: Wellenschutzhülse | Mischwerkzeuge | Förderschnecke

Molybdänbeschichtung - Oberflächenrauhigkeit

Die Molybdänbeschichtung wird durch uns auch als rauhe und unbearbeitete Oberfläche zum Mitnahmeeffekt in mehreren Industriebereichen eingesetzt.

Um eine gezielte Oberflächenrauhigkeit durch die Molybdänbeschichtung herzustellen, muss die Oberfläche der Bauteile gereinigt, entfettet, vorgewärmt und dann gestrahlt werden. Diese Arbeitsschritte sollten in einem kurzen zeitlichen Abstand erfolgen, um eine Oxidationsschicht auf der Werkstück-Oberfläche zu vermeiden.

Anschließend kann durch Drahtflammspritzen der runde 3,14mm starke Plansee-Molybdän-Draht aufgespritzt werden.

Die Molybdänbeschichtung wird in den meisten Fällen mit ca. 100µm flammgespritzt. Diese Schichtstärke ist ausreichend, weil durch das Strahlen bereits eine Oberflächenrauhigkeit erzielt wurde und die Spritzpartikel des feinzerstäubten Molybdän-Drahtes sich in den Kratern abbilden kann.

Die Spitzen der hochstehenden und sehr rauhen Molybdänbeschichtung haben eine Härte von ca. 60HRc und auch die Anhaftung der Partikel auf einem gehärteten Grundwerkstoff sind sehr gut, da diese Schicht selbsthaftend ist. Dieser Mitnahmeeffekt der gezielten Oberflächenrauhigkeit wird in einigen Industriebereichen genutzt, wie z.B. bei:

  • Bei Hebezeugen, um eine bessere Verkrallung der gefrästen und gehärteten Backen zu ermöglichen.
  • Bei Spannelementen wie Spannfutter, Spannbacken und Spannzangen, diese können durch gezieltes Aufspritzen der Molybdänbeschichtung zur verbesserten Kraftübertragung beitragen.
  • Bei Drahtmessrollen, um eine Längenmessung vorzunehmen.
  • Bei der Papier- und Klebstoffindustrie, um Flüssigkeiten aufzunehmen und diese beim Abrollen wieder auf das Papier und die Folie abzugeben.
  • Bei Reibschweißanlagen, für den starken erforderlichen Kraftschluss

Diese Molybdänbeschichtung für entsprechend gewünschte Oberflächenrauhigkeiten wird, um den Mitnahmeeffekt zu erzielen, nicht zerspant, kann aber versiegelt werden, um eine mögliche Unterkorrosion zu vermeiden. Die Oberfläche kann durch Bürsten im Einsatz beim Zusetzen der Rauhigkeit z.B. bei Bronze oder Aluminium wieder freigearbeitet werden.

Weitere interessante Themen: Metallspritztechnik | Flammspritztechnik | Thermisches Spritzen

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